Kreditgeschäft ist das Paradepferd

Bad Bergzabern:
Bilanzzahlen der VR Bank Südliche Weinstraße für 2013 weisen nach oben.
Mit ihren Geschäften im Jahr 2013 sind Markus Laux, Martin Schöndorf und Wolfgang Faber, die Vorstände der VR Bank Südliche Weinstraße, sehr zufrieden. Bilanzsumme, Einlagen und Kreditvergaben sind höher als zuvor. „Paradepferd“ (Schöndorf) ist das Ausleihgeschäft. Mit ihm kann die Bank die Hürden des Finanzmarktes meistern.

Fast 500 Millionen Euro haben die Kunden der Bank abgerufen, über 110 Millionen Euro sind neue Kredite, und davon flossen 76 Millionen an Privathaushalte. Der überwiegende Teil des verliehenen Geldes wurde in eigene Darlehen der Bank gesteckt, teilte Martin Schöndorf stolz mit. Offenbar sind die Kunden der Meinung, bei der VR Bank Südliche Weinstraße aufs richtige Pferd zu setzen. Keine großen Sprünge lassen sich derzeit im Einlagengeschäft machen. Während das Kreditvolumen um stolze zehn Prozent davongaloppierte, verfiel das Einlagenwachstum mit einem Plus von 3,6 Prozent in eher gemächlichen Trab. Der Wettbewerb ist hart, seufzte Schöndorf. Tagesgeld wird angesichts niedriger Zinsen von der Inflation gefressen, weshalb die bilanziellen Einlagen stagnieren. Der Zuwachs stammt fast ausschließlich aus der Nachfrage nach Fonds und zunehmend Aktien und Anleihen. Die Berater der Bank empfehlen laut Schöndorf eine „saubere Vermögensstruktur“ im Dreieck von Rentabilität, Liquidität und Sicherheit.

Ein Zugpferd des Geschäfts ist der Wunsch nach eigenen vier Wänden. 2013 hat die VR Bank Südliche Weinstraße 47 Immobilien im Wert von 6,9 Millionen Euro vermittelt, in erster Linie Einfamilienhäuser, Eigentumswohnungen und Baugrundstücke. Vor allem Einfamilienhäuser im Segment bis zu 200.000 Euro werden gesucht – und besonders außerhalb des Pfälzerwaldes eher selten gefunden. „Die Verkäufer haben auf dem Markt ganz klar die Oberhand“, beobachtet Wolfgang Faber die aktuelle Situation auf dem Immobilienmarkt.

Für Markus Laux ist klar, dass die VR Bank Südliche Weinstraße weiter eigenständig auf der Weide regionaler Finanzgeschäfte grasen soll. Mit einer Eigenkapitalquote von über zehn Prozent der Bilanzsumme von knapp 600 Millionen Euro erfüllt das Geldhaus schon heute die Mindestforderungen der Branche für das Jahr 2019. Im Feld der 1076 deutschen Genossenschaftsbanken belegt die SÜW-Bank mit Platz 329 einen Rang im vorderen Mittelfeld. Das Netz der 14 Geschäftsstellen, darunter drei Beratungszentren in Bad Bergzabern, Annweiler und Billigheim soll bestehen bleiben und wird Laux zufolge schrittweise modernisiert, mit Einzahlautomaten und Räumen, in denen Kunden diskret beraten werden. Das über 150 Köpfe zählende Personal soll nicht ausgedünnt werden.

Wenn sich die 11.501 Mitglieder der Genossenschaftsbank am 4. Juni im Haus des Gastes Bad Bergzabern zur Vertreterversammlung treffen, werden sie nicht nur über eine 2,5-prozentige Dividende (plus einem fünfprozentigen Mitgliederbonus bei regelmäßigen Bankbewegungen) entscheiden. Sie sehen ein vertrautes Gesicht aus der Chefetage ein letztes Mal. Nach 46 Jahren bei der Genossenschaftsbank , davon 29 Jahren im Vorstand, geht Wolfgang Faber Ende des Jahres in Ruhestand. Ob ein neuer Mann – oder eine Frau? – nachrückt oder ob Laux und Schöndorf zu zweit die Geschicke der Bank führen, entscheidet der Aufsichtsrat. (gau)

(Quelle: Die Rheinpfalz - Pfälzer Tageblatt - Nr. 67 vom 20. März 2014)